Absoluter Beginner sein – wie fühlt sich das an?

Heute bekam ich folgende seriöse Medienanfrage von einer Redakteurin des Magazins “Emotion“. Wer also weiblich und unberührt ist und gerne anonym über sich erzählen möchte, meldet sich einfach direkt bei der Dame: 

Ein Absolute Beginner sein – wie fühlt sich das an? Dieser Frage möchte ich in einem Artikel für eine Frauenzeitschrift nachgehen und bin auf der Suche nach einer Frau über 30 Jahre, die noch Jungfrau ist und mit uns sprechen würde. Der Text wird eine Seite lang sein und soll in der Ich-Form geschrieben sein. Wer also gerne schreibt, kann den Text auch selber formulieren. Ansonsten können wir telefonieren oder ich schicke die Fragen per Mail. Namen und alles weitere können wir anonymisieren. Es geht vor allem um eure Innensicht: Beschäftigt es euch, noch Jungfrau zu sein oder denkt ihr da gar nicht so viel drüber nach? Vermisst ihr körperliche Nähe? Oder seid ihr glücklich, so wie ihr lebt? Geht ihr offen damit um, Jungfrau zu sein? Oder schämt ihr euch manchmal? In welchen Situationen? Wünscht ihr euch mehr Verständnis von euren Mitmenschen oder findet ihr das Thema Sex wird überbewertet?

Fragen und alles weitere gerne per Mail an: marie.sophie.krone@emotion.de

Sascha (28) Informatiker – Neue AB-Portraits, online only!

Heute geht es weiter mit meiner neuen Serie bisher unveröffentlichter AB-Protokolle. Nach der Geschichte von Lucy (26), Mitarbeiterin in einem Pharmazieunternehmen, folgt hier das zweite von zehn AB-Portraits, die ich für mein Buch “Und wer küsst mich“, zu dem dieser Blog gehört, aufgezeichnet hatte, die dann aber im Lektorat aus dem Manuskript herausgekürzt wurden.


Sascha, 28, Informatiker: „Ich betrachte meine Beziehungslosigkeit als Behinderung“

Ich mache mehrere Faktoren dafür verantwortlich, dass ich keine Partnerin finde, und es ist schwer zu definieren, inwiefern sie sich gegenseitig beeinflussen und wo mein Leiden angefangen hat. Der einzige Faktor, der von außen reinspielt, ist die Emanzipation. Ich bin kein Mann, der sagt: „Frauen gehören an den Herd!“ Aber es kann doch keiner leugnen, dass noch vor zehn oder zwanzig Jahren viele Paare zusammenfanden, weil Männer und Frauen nur ein einziges Bild von einer Beziehung vermittelt bekamen: Der Mann war der Versorger, die Frau kümmerte sich um Kinder und Haushalt. Die Emanzipation hat mit diesem Bild gebrochen, was gut ist, uns aber auch mit einigen inkonsequenten Folgeerscheinungen zurückgelassen hat. Einerseits denken Frauen jetzt, was völlig in Ordnung ist, an ihre eigenen Karrieren, sind nicht länger auf die Männer als Versorger angewiesen und gehen ihre eigenen Wege. Andererseits retten sie die Emanzipation aber nicht mit hinüber ins Beziehungsleben. Da kommt kaum eine Frau auf die Idee, mal den ersten Schritt zu wagen. Da suchen sie nach den alten Mustern einen dominanten Mann, der das schon alles in die Wege leitet. Erfahren soll er sein und auf gar keinen Fall Weiterlesen

Neue AB-Portraits – online only! Lucy (26), Mitarbeiterin in einem Pharmazieunternehmen

Als ich das Buch “Und wer küsst mich“, zu dem dieser Blog gehört, schrieb, habe ich insgesamt 20 Protokolle von Betroffenen aufgezeichnet. Meine liebe und sehr gute Lektorin Johanna Links vom Ch. Links Verlag meinte aber, das sei zuviel, das würde die Leser überfordern. Mit blutendem Herzen habe ich 10 Protokolle aussortiert und versucht, zumindest einige Zitate/O-Töne daraus zur Veranschaulichung in den Hintergrundkapiteln unterzubringen. Rückblickend muss ich sagen, dass Johanna Links Recht gehabt hat, es hat dem Buch gut getan, abgespeckt zu werden und mehr Gewicht auf die Hintergrundkapitel zu legen. Doch jetzt ist die Zeit gekommen, um auch die aussortierten Protokolle zu veröffentlichen. Heute geht es los mit:

Lucy (26), Mitarbeiterin in einem Pharmazieunternehmen: „Es ist wie die Sehnsucht nach dem Meer, wenn man in den Bergen wohnt und dort glücklich ist“

Gelitten habe ich unter meiner Situation noch nie, aber mit jedem Jahr, das ich älter werde, kann ich noch ein bisschen besser damit umgehen. Meine Situation, das heißt: Ich habe geküsst und Petting erlebt, aber ich bin noch Jungfrau. Ich bin mit Jungs gegangen, aber nie in einen von ihnen verliebt gewesen. Natürlich habe ich manchmal so meine Anwandlungen. Bin traurig, weil ich keinen Partner habe, mit dem ich mein Leben teilen kann. Torschlusspanik ist das richtige Wort. Und Angst ist das richtige Wort für das Gefühl, das mich erfüllt, wenn ich manchmal daran denke, dass ich im Alter vielleicht ganz allein sein werde. Aber jetzt ist es bequem, beziehungsfrei zu sein. Mein böser Geist grinst immer in sich hinein, wenn Freunde mir von den Desastern in ihren aktuellen oder vorherigen oder gewünschten oder was auch immer für Beziehungen erzählen. „Davor hast du deine Ruhe!“, gratuliert er mir dann.

Ich hätte auch gar nicht die Zeit für einen Partner neben meiner Arbeit, meiner Jazzdancegruppe und meinem Spanischkurs. Den Rest des Tages dann auch noch seinen Ansprüchen gerecht zu werden, dazu fehlt mir die Lust. Kann aber auch sein, dass ich mir das nur einrede. Vielleicht will ich mich dadurch unbewusst nur von der Enttäuschung darüber ablenken, dass Weiterlesen

2014 im Rückblick

Die WordPress.com-Statistik-Elfen haben einen Jahresbericht 2014 für dieses Blog erstellt.

Hier ist ein Auszug:

Die Konzerthalle im Sydney Opernhaus fasst 2.700 Personen. Dieses Blog wurde in 2014 etwa 33.000 mal besucht. Wenn es ein Konzert im Sydney Opernhaus wäre, würde es etwa 12 ausverkaufte Aufführungen benötigen um so viele Besucher zu haben, wie dieses Blog.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

Mal was ganz anderes: Interesse an der Sozialarbeit in New York City – anyone?

Heute zur Abwechslung einer der wenigen “artfremden” Beiträge, die ich mir in diesem Blog erlaube, also Beiträge, die nix mit dem Thema Absolute Beginners zu tun haben, die ich aber für ein breites Publikum für interessant halte. Und zwar geht es um meine Audioreportage, die im Rahmen meiner Fortbildung mit der Paritätischen Akademie in New York City entstanden ist. Vielleicht hat ja jemand über die Feiertage Langeweile, 30min. Zeit und Lust reinzuhören:

freiheitsstatueFingerabdrücke für Freiwillige – Ein Streifzug durch die Sozialarbeit in New York City heute

8,4 Millionen Einwohner, jeder fünfte unterhalb der Armutsgrenze, ungezählte illegale Einwanderer, 90 Schießereien im Monat – selbst einem Sozialarbeiter aus Berlin, der einiges gewohnt ist, flößt der Gedanke an die Arbeitsumstände der Kollegen im Big Apple Respekt ein. Maja Roedenbeck Schäfer hat eine Bildungsreise der Paritätischen Akademie nach New York City begleitet, immer auf der Suche nach Antworten auf die Frage: Was macht die Sozialarbeit in den USA und speziell New York City heute aus? Welche Unterschiede zur Sozialarbeit in Deutschland gibt es? Und: Was können wir gegenseitig voneinander lernen?

Geheimtipp von AB-Coach Klaus Schorn (Interview Teil 3): Sich selbst als sexuelles Wesen akzeptieren

In Teil 1 unseres Interviews hat Klaus Schorn, Heilpraktiker und AB-Coach aus Offenburg, erklärt, wie bei ihm ein AB-Coaching funktioniert. In Teil 2 ging es um den Selbstschutzmechanismus bei Unerfahrenen. In Teil 3 wollen wir nun wissen, ob so genannte Kuschelpartys das Richtige für Absolute Beginners sind, um sich an die körperliche Nähe mit anderen Menschen heranzutasten.

Klaus SchornHerr Schorn, was ist eine Kuschelparty und ist das das Richtige für ABs?

Eine Kuschelparty ist eine Veranstaltung, wo Menschen nichtsexuelle körperliche Nähe genießen können. Es gibt einen schönen Raum, in der Regel zwei Leiter, die durch den Abend führen und eine überschaubare Zahl von Teilnehmern und Teilnehmerinnen. Zunächst wird der Rahmen erklärt, es gibt Regeln, an die sich alle halten müssen (z.B. kein Sex, niemand tut etwas was er oder sie nicht möchte, vor einer Berührung wird erst gefragt etc). Dann gibt es einige Übungen, die erst vom Kopf in den eigenen Körper führen und dann den Weg bereiten, auch mit anderen Menschen in Kontakt zu gehen. Meist sind das Umarmungen, streicheln oder einfach nur nebeneinander liegen. Das klingt sehr merkwürdig, hinterher sagen aber fast alle Teilnehmer, dass es sich überraschender Weise völlig natürlich und richtig angefühlt hat.

Was von allen Teilnehmern erwartet wird, ist

  • die Fähigkeit, für sich selbst Verantwortung übernehmen zu können, also zu sagen wenn man etwas nicht möchte oder etwas anderes sehr gerne hätte.
  • die Bereitschaft, sich an die Regeln zu halten.
  • das Beherrschen von ganz grundlegenden Kommunikationstechniken.

Meist klappt das sehr gut, auch bei Menschen, für die Nähe noch ungewohnt ist. Vereinzelt hatten wir es jedoch schon, dass Teilnehmer nicht imstande waren, irgend etwas zu äußern, einen Blickkontakt herzustellen oder zu verstehen, was das Gegenüber sagt. Dennoch haben die Hände angefangen, andere Teilnehmer zu betasten und zu streicheln. Das mussten wir dann unterbinden, weil so keine Verständigung über das richtige Maß an Nähe möglich ist.

In diesen Fällen wollen wir künftig erst mal außerhalb der Kuschelparty üben, in Kontakt zu gehen. Das sind dann grundlegenden Übungen zu Distanz, Nähe, Blickkontakt, Feedback und so weiter. Diese Übungen können ganz unabhängig von der Kuschelparty auch für die AB’s hilfreich sein, die damit noch Schwierigkeiten haben. Daran musste ich denken, als ich den Beitrag über Annalenas Date mit einem Absolute Beginner in Ihrem Blog gelesen hab.

Was ist Ihr Geheimtipp für Absolute Beginners, was ist der erste oder der wichtigste Schritt auf dem Weg in ein partnerschaftlich und sexuell erfülltes Leben? Weiterlesen