„Normalos sind für ABs durchaus einholbar“: Interview mit AB-Coach Klaus Schorn, Teil 1

Ich liebe Networking und Schneeballeffekte! Nachdem unsere Sendung „Und wer küsst mich?“ bei SWR2-Tandem gelaufen war, meldete sich bei Erotikcoach Monika Büchner, die ich für den SWR2 zu ihrer Arbeit mit Absolute Beginners interviewt hatte, ein Herr, der ebenfalls ein Konzept entwickelt hat, um Absolute Beginners zu einem „normalen“ Liebesleben zu verhelfen: Klaus Schorn, Heilpraktiker und Coach aus Offenburg. In einem Interview in mehreren Teilen stelle ich ihn euch hier im Blog vor. Heute geht’s los mit der ersten Frage:

Herr Schorn, Sie bieten ein Coaching für ABs an – wie funktioniert das, was kostet das, wie lange dauert das, was ist das Ziel?

Klaus SchornDas Ziel ist, dass ein AB die Fähigkeiten, die ihm mangels Erfahrung noch fehlen, in geschütztem Rahmen nachholen und üben kann.

In Ihrem Buch taucht das Bild auf, dass man, wenn man Klavierunterricht nimmt, üben sollte, bevor man auf eine große Bühne geht, und dass es mit Liebe und Sex ganz ähnlich sei. Ich glaube, die Realität des partnerschaftlichen und sexuellen Miteinanders ähnelt eher dem Gitarrenspiel, wo die meisten Hobbymusiker sich mit ein paar Akkorden und überschaubarem Aufwand ganz ordentlich durchwurschteln. Die ‚Normalos‘ sind größtenteils auch keine Ausnahme-Virtuosen in Sachen Kommunikation. Also durchaus einholbar für einen Absolute Beginner.

Dauer und Kosten des Coachings hängen davon ab, wo die betroffene Person steht und wo sie hin möchte. Im Gespräch unter vier Augen klären wir zuerst die Situation. Je nach Bedarf kann dann in verschiedenen Settings geübt werden von ‚Alltagskontakt und Small Talk‘ über ’sinnliche Kontaktaufnahme und flirten‘ bis zur Sexualität.

Um das deutlicher zu machen, vielleicht mal ein Beispiel, wie ein Coaching ablaufen kann: Klient X kommt mit Menschen gut zurecht, ist gesellig, hat Freunde. Nur landet er immer in der Kumpel-Schublade. Irgendwie nehmen ihn Frauen nicht als sexuelles Wesen wahr. Eine Frau während eines Gesprächs zu berühren erscheint ihm falsch und aufdringlich. Wenn der Klient mag, könnte nun eine Assistentin als Trainingspartnerin dazu kommen. Sie gibt Feedback. ‚Wie nehme ich dich wahr? Wie fühle ich mich dabei? Was fände ich angemessen, was wäre mir zu viel Nähe?‘ So kann sich der Klient rantasten und ein sicheres Gefühl entwickeln, in welcher Situation wie viel Nähe passend ist und wie man das miteinander klärt. Vielleicht reicht ihm das schon, dann wären das etwa drei bis vier Stunden. Für eine Zeitstunde berechne ich 60 €, wenn eine Assistentin dazu kommt 100 €. Vielleicht möchte er auch weiter gehen und sexuelle Erfahrungen sammeln. Diesen Part würden dann erfahrene Sexualbegleiterinnen übernehmen, mit denen ich zusammen arbeite.

Jeder AB hat jedoch seine eigene Geschichte, seine eigenen Stärken, Schwächen und Wünsche. Die sind der Maßstab für die gemeinsame Arbeit.

Die Normalos sind für einen AB durchaus einholbar – na wenn das keine mutmachende Botschaft ist!!! Fünf weitere Fragen an AB-Coach Klaus Schorn folgen in den nächsten Tagen. Stay tuned!

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