Annalena (35): Mein Date mit einem Absolute Beginner

Hi Leute, ich habe lange überlegt ob ich diesen Beitrag veröffentliche. Annalena – nennen wir sie mal so – schickte mir diesen Bericht über ihr Date mit einem Absolute Beginner, bzw. sie ist ziemlich sicher, dass derjenige ein Absolute Beginner ist, und bat um meine Meinung, was sie jetzt tun soll. Einerseits dachte ich, was soll das bringen, das (anonymisiert und mit Annalenas Einverständnis) zu veröffentlichen, wir wollen uns ja nicht daran ergötzen, wie sich jemand anders ungeschickt anstellt. Andererseits beklagten so viele Absolute Beginners, mit denen ich für mein Buch gesprochen habe, dass sie nach einem Date keine Rückmeldung von dem Datingpartner bekommen, warum der keine Lust auf eine zweite Verabredung hat, was ihm nicht gefallen hat, und dass sie darum auch nicht an sich arbeiten können, um sich beim nächsten Mal anders zu verhalten. Also macht es vielleicht doch Sinn, das an diesem einen konkreten Beispiel mal durchzugehen. Darum hier Annalenas Geschichte:

Ich hatte mich in einer Kneipe mit dem Mann verabredet, der offenbar an mir interessiert war, weil ich innerhalb kürzester Zeit gerade zwei Trennungen hinter mir hatte. Ich war offen für alles, eine neue Beziehung, vielleicht auch nur eine schöne Nacht. Nachdem die anderen beiden Typen, eine längere Beziehung und eine kurze Affäre, mein Selbstbewusstsein arg angeknackst hatten, hätte es der Mann ziemlich einfach gehabt, mich für sich zu gewinnen. Was ich wollte, waren ein paar Komplimente, das Gefühl, begehrt zu werden, etwas Besonderes zu sein, Aufmerksamkeit geschenkt zu bekommen. Ich hatte solche Sehnsucht nach körperlicher und seelischer Nähe, dass ich auf die kleinste Geste, die kleinste Nettigkeit angesprungen wäre. Aber das ist ja dann nach hinten losgegangen.

Er ist 41, ich kannte ihn aus dem Fitnessstudio und hoffte darauf, dass er sich vielleicht wie ich für eine gesunde Lebensweise interessierte. Er war nicht wirklich hübsch, aber das schreckte mich nicht ab. Die beiden Typen vorher hatten ziemlich gut ausgesehen und mich nicht besonders gut behandelt. Ich dachte, vielleicht weiß ein Mann, der nicht so hübsch ist, dass er sofort jede Frau haben kann, es eher zu schätzen, wenn ihn eine Frau mag, vielleicht behandelt er mich besser.

Also, wir unterhielten uns, und das klappte auch ganz gut. Wir fanden Themen. Allerdings erzählte er sehr viel von sich und davon, wie er von allen verkannt wurde für seine wahren Talente. Anfangs fand ich das interessant, ich stellte ja auch viele Fragen und interessierte mich für das, was er so machte und dachte. Doch das Gejammer wurde mir irgendwann zuviel, jemand, der sich selbst als Loser darstellt, macht sich nicht unbedingt attraktiv. Es muss ja nicht gleich wie bei Facebook sein, dass man ein Optimalbild von sich aufbaut, das mit der Realität gar nichts zu tun hat, aber es muss doch jeder irgendeinen kleinen Erfolg haben, irgendein Ziel im Leben, ein Interessengebiet, über das er sprechen kann! Also irgendwie versuchte er schon, sich als beruflich attraktiv darzustellen, nur auf eine sehr seltsame Art und Weise nach dem Motto: Ich bin zwar toll, nur merkt es keiner. Außerdem kam überhaupt nichts zurück. Ein, zwei Fragen, was ich mache und so, aber meine erste kurze Antwort darauf war dann gleich genug, er nahm den Faden nicht auf, hakte nicht nach, ich hatte nicht das Gefühl, dass es ihn wirklich interessiert.

Ich fragte, ob er eine Freundin hätte, und er sagte nein. Im Leben wäre ich nicht darauf gekommen, dahinter jetzt irgendwas Besonderes zu vermuten – heutzutage sind doch Singles in unserem Alter nichts Ungewöhnliches mehr. Aber dann fing er an, ausführlich von irgendeinem Mädchen aus Schulzeiten zu erzählen, und von einer Party, wo sie sich daneben benommen hatte. Da dachte ich dann schon: Komisch. Ein über 40jähriger Mann erzählt beim ersten Treffen von einem Mädchen, das er als Teenager mal gekannt hat? Noch klingelte bei mir nicht die Glocke, aber im Nachhinein kann ich sagen: Die Information, dass er einfach gerade Single war, hätte mir in dem Moment und bis nach dem ersten Sex absolut gereicht.

Was mich super nervös machte, war seine Herumhampelei. Er ging bestimmt fünfmal in zwei Stunden aufs Klo, rieb anfangs hin und wieder, dann immer wilder an seinem Bierglas herum, und trank auch drei große Bier in der kurzen Zeit. Irgendwann fing er an, eindeutige Bemerkungen zu machen, dass er mir eine DVD leihen wollte, und ich sollte doch noch mit in seine Wohnung kommen. Er machte mir etwas misslungene Komplimente: Meine Haut im Dekolleté sei ja noch sehr glatt und mein Busen sehe ja auch noch recht fest aus, obwohl er natürlich wisse, dass es Push-up-BHs gebe. Ich kam mir begutachtet vor wie ein Stück Fleisch beim Metzger. Außerdem bin ich 35, klar, da guckt man bei sich selbst schonmal nach den ersten Falten, aber so alt, dass man schon vom runzeligen Dekolleté sprechen muss, ist das ja nun auch wieder nicht. Und naja, also wie gesagt, der Typ war auch nicht hübsch, und ich sagte ja auch nicht zu ihm: Deine Haarpracht hat aber auch schonmal bessere Zeiten gesehen (er hatte schon eine Halbglatze). Eine nette Bemerkung wie „Du siehst echt hübsch aus heute!“ oder „Das Oberteil steht dir!“ statt der konkreten Bewertung einzelner Körperteile hätte mir besser gefallen. Dann sprang er immer wieder auf, beugte sich über den Tisch, um mich am Arm zu streicheln. Beim ersten oder zweiten Mal fand ich das ja ganz nett, wie gesagt, ich war ja nicht gegen eine heiße Nacht, und irgendwann muss ja irgendwer mal den Anfang machen, gerne der Mann. Aber irgendwann dachte ich: Hallo, ich hab’s verstanden, was du von mir willst! Jetzt back off und lass mich mal kurz in mich horchen, ob ich das mit dir will! Aber er hörte nicht auf. Zu guter Letzt sagte er noch: „Schade, dass du dich gar nicht dafür interessierst, wie ich unter meinen Klamotten aussehe!“, ohne mich dabei anzugucken. Das wurde mir dann richtig unangenehm, und ab dann wollte ich nur noch weg und suchte einen Moment, in dem ich mich halbwegs höflich vom Acker machen konnte.

Auf dem Heimweg ließ ich mir alles durch den Kopf gehen, und irgendwann klingelte es: Ich hatte erst neulich in irgendeinem Onlineartikel über Absolute Beginners gelesen. So seltsam, wie sich dieser Mann verhalten hatte, war er bestimmt einer! Sein Verhalten, gerade in der letzten halben Stunde, war sowas von absurd gewesen, dass es nicht sein konnte, dass die Erklärung bloß war: Er ist ein Macho, egofixiert oder sonstwas. Plötzlich bekam ich Mitleid und dachte: Ich find das ja gar nicht schlimm, wenn er ein Absolute Beginner ist, und wenn Unsicherheit sein komisches Verhalten erklärt, dann wäre ich ja vielleicht bereit, ihm eine zweite Chance zu geben. Aber wie gebe ich ihm jetzt zu verstehen, was ich von einem gelungenen Date erwarte und unter welchen Bedingungen es ihm sehr leicht gelingen könnte, mich für sich zu gewinnen, ohne das totzudiskutieren oder mir wie Mutter Teresa vorzukommen?

Soweit Annalenas Geschichte. Hat jemand einen Tipp?

Advertisements

22 Kommentare zu “Annalena (35): Mein Date mit einem Absolute Beginner

  1. Lass ihn. Es ist für euch beide besser, wenn er Single bleibt. In seinem Alter sollte er seinen Frieden gefunden haben oder schnell finden. Alleine. Es ist nicht gut und wird ihn destabilisieren, wenn er es weiter versucht. Was, wenn er weiter scheitert? Klar, auch das gehört zum leben, aber er ist eben kein Normalo. Wirklich, er wird seinen Frieden finden, halte ihn nicht auf seinem Weg auf.

    Du findest ihn auch nicht attraktiv, und es ist nicht glaubhaft, dass es dir nichts ausmacht. Mach ihm bitte nicht auch noch falsche Hoffnungen.

  2. Hi Helu, danke für den Rat für Annalena! Ich werde ihr den gern auch nochmal per Mail weiterleiten. Was ich mich allerdings noch frage, ist: Absolute Beginners wünschen sich oft ein Feedback von ihrem Datingpartner, um es beim nächsten Mal besser machen zu können. Hätte es was geholfen, wenn Annalena dem Mann alle ihre Gedanken, die sie hier niederschreibt, direkt gesagt hätte? LG, Maja

  3. Irgendwie erinnert mich die Geschichte an den AB Günther der auf RTL2 vorgeführt wurde und dabei in übertriebener Weise alle Vorurteile bedient.

    1. Würde es mir helfen, wenn man Absolute Beginner darstellt wie die letzten Trottel die sich nicht zu benehmen wissen?
    Antwort: nein.
    2. Würde es mir helfen oder wollte ich dass Frau Mitleid mit mir hat?
    Antwort: nein.
    3. Würde es mir helfen, wenn sie wie im geschilderten Fall rein gar nichts an mir findet, mir aber als zweite Chance eine Moralpredigt hält?
    Antwort: nein.

    Wenn ich den Wunsch geäußert habe, nach einem Date ein Feedback zu bekommen, dann mit der Vorstellung, dass ich etwas unbeholfen war und ich das auch ändern könnte.
    Eine Kritik, dass so rein gar nichts an mir stimmt hilft mir gar nicht.

    • Hi Robert, ich glaube „Annalena“ dass es sich so zugetragen hat wie sie beschreibt. Hier im Blog geht’s wirklich nicht darum, Vorurteile zu bestätigen, oder um publikumswirksame Darstellung wie bei RTL2 & Co., das müsste man, würde ich hoffen, inzwischen gemerkt haben. Wir versuchen hier eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema. Nehmen wir also an, der AB hat sich so verhalten wie beschrieben. Würde es ihm helfen, ein Feedback zu bekommen? Ich habe Annalena auch nicht so verstanden, dass sie überhaupt kein Interesse an ihm hatte. Im Gegenteil, anfangs sagt sie doch, sie sei zu allem bereit gewesen. LG, Maja

  4. Ich finde den Rat von helu ziemlich furchtbar. Ich würde nicht ungesehen davon ausgehen, dass er in dem Alter alleine seinen Frieden findet. Ganz im Gegenteil.

    Ich halte den kompletten Text von Annalena für ein sehr geeignetes Feedback für ihn, denn wann erhält man(n) schon mal so eine ausführliche Manöverkritik. Teilweise wird es ihn vielleicht sogar erleichtern, zu sehen, dass er an einigen Punkten einfach entspannter hätte sein können und dass weniger mehr gewesen wäre, z. B. beim überflüssigen Versuch, den Single-Status zu rechtfertigen, oder beim misslungenen Versuch, innovativere Komplimente als „Du siehst hübsch aus“ zu finden.

    • Hi „männlicher AB“ 🙂 Schön, dass du kontrovers mitdiskutierst! Ich denke, es wäre vielleicht ein guter Rat für ABs, sich nicht vorzunehmen, beim nächsten Date gleich alles perfekt zu machen, das überfordert dann nur, sondern an einem Punkt anzufangen und z.B. an den Komplimenten zu arbeiten. Oder – wie in diesem Fall – weniger zu trinken (wobei die meisten ABs ja eher gar nichts trinken). Oder: einfach selbstbewusst zu sagen: Ich bin Single. Punkt. Dann könnte man sich freuen, wenn man das geschafft hat, und für das nächste Date den nächsten Punkt vornehmen. Oder was meinst du? LG, Maja

  5. Hallo Leute, ich bin auch AB und finde es furchtbar, dass man an Frauen nie wirklich ran kommt. Sie wollen geführt werden und auch wieder nicht und irgendwie doch und alle Ratschläge sind immer gut gemeint aber führen nicht zum Ergebnis, das Frau und Mann zufriedenstellt (Hauptsache den Mann, Frau hat ja tausend Möglichkeiten). So gesehen sollte der AB es auch tausend Mal probieren, jeden Tag mit mehreren Frauen flirten, eventuell auch Prostituierte in Anspruch nehmen, Stück für Stück, bis er dann ein Mal Glück hat und eine Frau rum kriegt. LG Assi

    • Hi Assi, danke für deinen Beitrag! Ich weiß, es ist schwer. Und selbst, wenn man wirklich „alles richtig macht“, ist es keine Garantie, dass es klappt. Weil zur Liebe immer noch etwas dazugehört, das wir nicht unter Kontrolle haben. Da gibt es nichts Schönzureden. Trotzdem: Gib die Hoffnung nicht auf und arbeite weiter auf dein Ziel hin! LG, Maja

  6. Hallo, ich bin auch AB (36j, m).
    ein Kommentar nennt „“eventuell auch Prostituierte in Anspruch nehmen“.
    Habe ich aus lauter Frust irgendwann mal begonnen:
    Das Problem, dass ich inzwischen habe, wenn ich massiv gefrustet bin und der Versuch den Gram im Alkohol zu ertränken, davor gescheitert ist, ich früher oder später in der Nacktbar bei Chantalle lande.
    Je nach Schauspielkunst der Damen geht Mann dann mit aufs Zimmer oder zahlt ein paar Piccolo.
    Um dann früher oder später noch mehr gefrustet zu sein, weil die Dame nach dem das Geld flöten ist, irgendwann dass wahre Gesicht zeigt und man sich erst recht als Versager vor kommt.

  7. Hallo Frau Roedenbeck,
    ich bin Marcus, 42 Jahre alt und leider AB. Ich habe mich mal durch diese spannende Diskussion gelesen und finde das Prostituierte unter Umständen für männliche AB nur eine kurzfristige und teilweise Lösung des Problems sein können. Es könnte dazu dienen einige Hemmungen abzubauen. Natürlich habe auch ich den Wunsch mal zu erfahren wie es ist mit einer Frau Intimitäten auszutauschen. Von ihr zärtlich berührt zu werden. Aber für mich persönlich ist der gang in den „Puff“ keine alternative. Der Gedanke für etwas Geld hinzulegen das eigentlich für „normal entwickelte“ Menschen vollkommen selbstverständlich ist, verursacht bei mir persönlich gewaltiges Unbehagen. Mal ganz abgesehen davon das eine Prostituierte auch ein Mensch ist. Sie zu „benutzen“, ja geradewegs zu „missbrauchen“ wie ein lebloses Ding nur um mal zu wissen wie es ist mit einer Frau intim zu werden ist für mich persönlich kein angenehmer Gedanke. Ich glaube auch jetzt in diesem Alter tatsächlich daran immer noch ein eine Frau zu finden mit der man diese Erfahrungen aus gegenseitiger Zuneigung und Liebe heraus erfahren kann. Auch wenn ich mir tief im inneren ziemlich sicher bin das die Chancen darauf verschwindend gering sind. Ich glaube das da die Aktien für mich als erster Mensch einen Fuß auf den Mars zu setzen besser stehen. Wenn man es zu lange macht (den Dienst dieser Damen zu beanspruchen) kann man sich in diesem Sumpf vermutlich auch heillos verlieren. So wie ein Freund von mir der auch AB ist. So etwas kann unter Umständen auch ein Fragwürdiges Frauenbild bei einem AB erzeugen.
    Was nun „Annalena“ und ihre Erfahrung mit einem AB Date angeht (und natürlich auch alle anderen Frauen auf dieser herrlichen Welt). Tja, mensch Mädels. Wenn Du/Ihr irgendwann mal wieder spürbar bei einem Date an so einen „Love-Alien“ wie uns geratet und er Dir/Euch trotzdem irgendwie sympatisch ist und gefällt dann gib ihm doch einfach mal eine zweite Chance. Vielleicht hast Du/habt Ihr ja das Glück einen Mann zu erwischen der dich/euch trotz dieses erheblichen zwischenmenschlichen Defizites unter Umständen auf Händen durchs Leben trägt. Riskiert es doch einfach mal. Vielleicht erweist sich so einer doch letzten Endes als Schnapp des Tages.

  8. Hallo Marcus, danke für deinen Beitrag! Ich kann deine Gedanken nachvollziehen, eine Dauerlösung sind Prostitutierte sicher nicht. Wie ich oben schon schrieb, dann eher ein Erotikcoach. Du scheinst dir den Humor bewahrt zu haben, habe jedenfalls über den ersten Mensch auf dem Mars und den „Schnapp des Tages“ sehr geschmunzelt 😉 LG, Maja

  9. Hallo Frau Roedenbeck,
    auch ich habe mich durch die Diskussion gelesen und möchte mich kurz vorstellen. Ich war schon auf dem Mars, bin 55 und AB. Ich habe seit zwei Jahren zwar eine Freundin, aber Sex funktioniert nach dieser Zeit nicht mehr wenn man es nie wie vorgesehen praktiziert hat. Deshalb sage ich, ich werde AB bleiben.
    In Annalenas Geschichte fällt mir auf, daß sie alle drei darin vorkommenden Männer nur als „Typen“ bezeichnet. Das ist ein Ausdruck äußerster Geringschätzigkeit. Alle, mit denen sie Sex hatte, haben sie „nicht besonders gut behandelt“. Armes Mädchen (Ironie aus). Wahrscheinlich muß man ein richtiges Arschloch sein, um Annalena rumzukriegen. Andererseits läßt sie jeden abblitzen, der sich nicht genau so verhält, wie sie es gerade will. Annalena ist absolut intolerant und uneinfühlsam. Sie hält ihr Gegenüber für genauso humorlos wie sie selbst ist. Auf ein Kompliment zu meiner „Haarpracht“ hätte ich jedenfalls eine witzige Antwort gehabt. Man muß es nicht jedem recht machen. Meine höchste Verachtung für Annalena und diesen Typ Frau. Irgendwann merken auch diese, wie trotz aller Abenteuer das Leben an Ihnen vorbeigegangen ist.
    Die Leben der hier mitdiskutierenden ABs habe ich genauso gelebt. Ich bin Leiter der SHG Absolute Beginner in München. Meine Beziehung ist nicht die eines „Normalos“, aber ich habe es geschafft.
    Stefan

  10. Hallo Stefan, danke für deine Meinung, aber ich finde nicht, dass wir auf anderen Menschen herumschimpfen sollten. Weder sollen hier Absolute Beginners verachtet werden, noch Frauen wie Annalena. Es geht darum, sich gegenseitig verstehen zu lernen. Ich verstehe, dass dich die Bezeichnung „Typen“ stört, aber ich kenne auch viele Männer, die sagen „Ich hab ne Tussi/Uschi kennengelernt“. Es ist Umgangssprache, aber du hast Recht, auch in der Umgangssprache sollten wir respektvoll miteinander umgehen. Aber wieso reagierst du sarkastisch, nur weil Annalena sagt, in ihren vorherigen Beziehungen sei sie nicht gut behandelt worden? Wir wissen doch überhaupt nicht, was in diesen Beziehungen vorgefallen ist. Kann man das nicht einfach so stehen lassen? Annalena hat sich eben nicht gut behandelt gefühlt, und das spielt ja hier nur am Rande eine Rolle. Ehrlich gesagt kann ich als Frau verstehen, warum es ihr unangenehm ist, wenn ein Mann beim Drink zu ihr sagt, „Schade, dass du dich nicht dafür interessierst, wie ich unter meinen Klamotten aussehe.“ Warum gehst du nicht auf so etwas ein, sondern nur auf die „doofen Sachen“, die Annalena so sagt/denkt? Es gehören immer zwei dazu, wenn Kommunikation nicht funktioniert. Verachtung für das andere Geschlecht ist jedenfalls kein guter Ratgeber, wenn man sein AB-Sein überwinden möchte. LG, Maja

    • Ich bin so sarkastisch über Annalenas „Pech“, weil das die Regel ist. Von den übelsten „Typen“ (jetzt sage ich es auch) lassen sich die Frauen am liebsten rumkriegen, wahrscheinlich, weil diese ein unerschütterliches Selbstbewustsein und damit vermeintliche Sicherheit ausstrahlen. Dies „Typen“ können die Frauen in einem Date fast „anmachen“ wie sie wollen, es wird immer richtig sein. Wenn einer aber schüchtern und unsicher ist (hält sich am Bierglas fest) und dann noch versucht locker zu sein, schlägt ihm höchste Geringschätzung und Verachtung entgegen. Den Satz „Schade, dass du dich nicht…“ finde ich auch doof, aber merkst Du nicht, daß Annalena den Mann längst schon hat abblitzen lassen und er das weiß, sonst müßte er den Satz nicht verzweifelt mit „schade“ anfangen.
      Wichtig für einen AB ist es meines Erachtens, Umgang mit der eigenen Angst zu üben. Wie man das nötige Selbstbewustsein für länger aufbaut, weiß ich leider noch nicht, da es nun einmal irgentwie proportional zur sexuellen Erfüllung ist. Hier anzumahnen, zum anderen Geschlecht „gut“ zu sein, finde ich einfach gemein, weil das überhaupt keine Rolle spielt. Die Männer, die die Frauen am schlechtesten behandeln haben am wenigsten Probleme, die Frauen zu kriegen die sie wollen.
      LG Stefan

  11. Hallo Stefan, würdest du es mir glauben, wenn ich dir sage, dass „wir Frauen“ selbst darunter leiden, dass wir uns oft in die Machos verknallen, und uns manchmal sehnlichst wünschen, wir würden Feuer für die lieben Männer fangen, die meist unsere besten Freunde sind? Ich glaube, zu diesem Problem sind schon tausende Therapiestunden bezahlt worden. Es hat etwas mit der Prägung in der Kindheit zu tun, wenn eine Frau so tickt, und außerdem mit den Genen, die uns Frauen sagen „Such dir einen männlichen Mann, der schützt dich vor dem Säbelzahntiger“. Sie macht es jedenfalls nicht mit Absicht und kann auch nichts dafür und kann es auch nicht durch reine Willenskraft ändern, sondern nur durch Hinterfragung ihrer Verhaltens- und Empfindungsmuster im Rahmen einer Therapie. LG, Maja

    • Da stimme ich Dir sofort hundertprozentig zu. Das ist nicht bloß für den einzelnen seit der Kindheit geprägt sondern für die gesamte Menschheit seit der Steinzeit.
      Aber ich möchte noch etwas weiterführen.
      Das Mädchen, in welches ich mich mit 17 unglücklich verliebte, weil ich nicht der Macho bin, begründete ihre Ablehnung so: „Ich möchte jetzt noch nur nach meinem Gefühl urteilen, man muß ja sonst so viele Kompromisse machen.“ (das hat sie bis jetzt beibehalten) Da machte ich einen Fehler, ich wollte es ihr gleich tun. Aber ich verliebte mich nie wieder. Der Chefarzt einer Klinik, in welcher ich mal war, nannte mir eine Statistik, das geht sogar 80% aller Männer so, jedenfalls in unserer Kultur. Ja, 80% aller Männer können sich nicht leisten, worauf Frauen Anspruch erheben. Den Partner zu nehmen, in den sie sich verlieben. Das ist der Unterschied. Ich sage in der SHG immer, Frauen wollen chemisch verliebt werden, aber die Liebe von Männern ist „Pläne machen“. Jedenfalls ist es für einen Mann eher gefährlich sich in eine Frau verliebt zu haben bevor eine feste sexuelle Beziehung entstanden ist.

  12. Als fast 40-jähriger AB möchte ich ein Zitat aus Marlen Haushofers Tagebuch anbringen:

    „Mach Dir keine Sorgen – alles wird vergebens gewesen sein – wie bei allen Menschen vor Dir.
    Eine völlig normale Geschichte.“

    • Hallo „Max“, das Zitat klingt ein bisschen traurig. Ich will mal eins meiner Lieblingszitate daneben legen aus einem Song von Fiona Apple: „There is only one thing to do and that’s – to be the wave that I am and then – sink back into the ocean.“ Wir sind alle nur Wellen im Ozean des Lebens. Wir haben nichts unter Kontrolle, auch wenn wir es manchmal glauben. Wir können uns nur treiben lassen. Und wenn wir das tun, anstatt dagegen anzukämpfen, dann gelingt es plötzlich zu akzeptieren. Und dann werden wir vielleicht auch unerwartet an Ufer gespült, mit denen wir nicht gerechnet hätten. LG, Maja

      • Bei Lichte betrachtet handelt es sich hierbei ohnehin um Luxusprobleme, wenn man bedenkt, dass Millionen Menschen etwa vom Hungertod bedroht sind. Das Leben ist eben in jeder Hinsicht kein Wunschkonzert. Angesichts der aktuellen gesellschaftspolitischen Entwicklungen wird dieses Thema in absehbarer Zukunft wohl eine der geringsten Sorgen sein.

  13. Hallo Mustermann
    in den Ländern, wo Hunger herrscht, vervierfacht sich die Bevölkerung aber auch pro 50 Jahre.
    Ein AB-Problem hat dort kaum einer wie man sieht. Allerdings läßt sich die landwirtschaftliche Produktion in diesen Ländern nicht entsprechend steigern.
    Die Lösung: alle nach Europa holen, dort gibt’s eh immer mehr ABs, die sich nicht vermehren.
    LG Stefan

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s